FAMRA – Das finstere Söldnerlager des Spätmittelalters

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Bilder: Celle (25.11.2006)

2006

Marktbericht: Celle sehen... und laufen!

27.11.2006, 17:58
Liebes Tagebuch: Am Samstag waren wir mit den ganzen Famroiden-Haufen etwas nördlich von Hannover in einem Ort namens Celle. Dort haben wir das sagenumwobene Camelot gefunden (im Keller gleich gegenüber vom St. oliver und der Hirschapotheke). Dort haben wir beschlosseen, unseren kargen Sold aus dem 10 Kriegsjahr zu verprassen. Übrigens ist Famra in diesem Monat 10 Jahre alt geworden.... HAPPY BIRTHDAY, GEWANDUNGSTRINKEREY!!!!! Was soll man übers Camelot berichten? Famra hatte irgendwie schon immer etwas Schwierigkeiten mit Mittelalterkneipen. Dabei sind wir doch bloß an dem Umsatz des Wirtes interessiert, doch eben jene Schankchefs scheinen ihren Geschäftssinn gegen mauliges "ich bin ein Mittelalterwirt”-Gespiele eingetauscht zu haben. So wurden wir, als wir vor den verabredeten 20:00 die Schenke betraten, eher unwirsch als willkommen geheißen. Nun gut. Selbst unser spontan in die Dunkelheit verlegter Sightseeing-Marathon entlang der "Celler-Baumarktstrasse" (B214) konnte unseren sprichwörtlichen Galgenhumor auch in diesem Moment der noch leisen Ablehnung nicht trüben. So fuhren wir mit dem Taxi ins TRRRP-Hotel (hatte uns hier der Schnarrrk einen Strrreich gespielt?) zurück, um uns dort in Geschmeide, Waffen und Gewandung zu werfen (was wir gottlob nicht schon vorher getan hatten ;-)) Wieder mit dem Taxi zurück wurden wir im Camelot in die buchstäblich "letzte Ecke" der sonst sehr schönen Keller-Kneipe gesetzt. Der Raum selbst war ebenfalls schön ausstaffiert, auch wenn er abseits jeglichen Geschehens lag, sah man von den Dienstbotengängen und dem CD-Wechseln einmal ab. Auf unsere Bemerkung, das man doch hier "eher abseits" sitze, wurde entgegnet, dass der Laden "brechend voll" werden würde, und das der Rest der Tafel, welche sicherlich 30 Leuten hätte Platz bieten können, noch mit Gästen besetzt werde... dem war nicht so. Unsere eigens abgestellte Schankmaid, welche auch auf diesen Begriff hin an diesem Abend dressiert wurde, tat ihr menschenmöglichstes, um uns mit Essen und Trinken zu versorgen. Hiervor verneige ich mich in Demut und höchster Achtung! Das Bier war lecker, die Krüge groß und das Essen sehr schmackhaft, soweit es mein Landhuhn betraf. Auch waren Gaukler und Musiker anwesend, obgleich wir jene eher selten zu Gesicht bzw. zu Gehör bekamen. Trotzdem hielt unsere Laune und wir genossen auch ein wenig die Narrenfreiheit, die wir sonst auf Märkten nicht immer hatten, indem wir allsamt schlagerträchtiges Liedgut mit Inhaltsstoffen aus dem Lager- und Söldnertum spikten, und zwar in so einer Lautstärke und Phonetik, dass sämtliche celler Babys sicherlich nicht mehr "sliefen". Nachdem wir das Niveau mit Bier und Pfefferschnaps gen Boden gerungen hatten, wurde es uns in unserem Eck zu eng. Wir wollten andere mit unserer Art erheitern und auch außerfamrisch unterhalten werden. Dies unterband jedoch der gnatschige Wirt mit dem Vermerk auf unsere Tischbestellung, welche wir scheinbar mit einem Blutschwur unterzeichnet hätten und die Pforten der Niedethöllen sich auftäten, sollten wir ob des Kontraktes brüchig werden. Er wollte wohl seinen Schankraum leer haben, damit er nicht zuviel Bier ausschenken musste... wo sollte er auch hin mit all dem vermaledeiten Geld? Gegen 0:00 war dann Zapfenstreich und Geisterstunde im Camelot. Nachdem unser neuer Buchhalter Moe dann auch direkt seinen Betriebswirt anhand der auszuklamüsernden Rechnung absolviert hatte, wollten wir heraus aus den muffigen Keller und hinein in das celler Altstadtleben... doch auch hier waren die meißten der Zapfen schon längst gestrichen worden. Nur eine Kneipe lockte uns mit dem, schon eher an Geschäftsinn erinnernen Namen "täglich" ins innere. Dort nahmen wir weitere Getränke ein, während die erschreckend nüchternen Arthur und Unke die beiden letzten celler Jungfrauen mit derart flachen Humor dazu trieben, ihren Status zu behalten und ihr Heil in der Flucht zu suchen. Endlich war Platz an den drei Tischen! Man trank sich noch ein wenig durch die Nacht. Auch hier ein Lob an das Bedien-Tier Angie. Eine der wenigen Celler, welche noch nicht stoisch und zombieesk herumtapste, wie es in Celle scheinbar guter Brauch ist, zumindest bei denen, die was auf sich hielten. Nachdem sich aber auch der Schankraum im "täglich" bis auf zwei britische Swinger-Pärchen (reine Mutmaßung) geleert hatte, ließen wir uns abermals ins TRRRP-Hotel kutschieren, während die nüchternen Arthurs, Unkes und Bienes den dunklen Weg Richtung Heimat antraten. Im Hotel angekommen, fand sich noch ein kleines Grüppchen auf Zimmer 314 ein, wo man dem Hirsch-Kräuterschnaps frönte. Zaryna, eine Expertin auf diesem Gebiet, unterwies uns in die Geheimnisse des Jägerschnaps-Trinkens, indem sie von ihrer Betthälfte aus, den kostbaren Trunk in meine Hälfte goß, wo es sich in lustigen, kringelartigen Flecken manifestierte. Ich erwiderte diesen Ritus, indem ich ihr anschließend jene huldvolle und kunstvolle Hälfte zum ausnüchtern anbot. Der Sonntag forderte den zu erwartenen Tribut in Form von Leibgrimmen und Schlafmangel. Nun, da Tageslicht vorhanden war, fanden wir uns noch einmal in der Celler-Innenstadt wieder, um dort die eine oder andere skurille Sehenswürdigkeit zu gegutachten. Nach einem gefühlten 800km-Heimweg konnte jedoch dann jeder in die innigen Arme der Sonntagsgammelei entfliehen. Alles im Allem: Es war wiedermal ein denkwürdiges Wochenende und ein spaßiges obendrein. Auch wenn Celle mit Camelot, Arschloch-Kinder-McDonalds, und wegen Hässlichkeit einbetonierten Gedenkstätten alles tat, um uns den Aufenthalt madig zu machen... Davon lässt sich ein Söldner nicht erschüttern :-) Ich danke Euch für den Abend und hoffe, dass ihr genauso viel Spaß gehabt habt, wie ich. PS. Ein dickes Lob noch an das Hotel. Preis-Leistungsverhältnis: TOP
27.11.2006, 19:25
Ich danke Euch für den Abend und hoffe, dass ihr genauso viel Spaß gehabt habt, wie ich. Ich für meinen Teil kann dazu nur JA sagen. Auf die Gefahr hin, Markus´ Gedanken zu wiederholen: Das Hotel war 1A (Klasse "Tagungshotel", von dem man eigentlich deutlich höhere Preise gewohnt ist - hier nochmal Danke an den Minister of Overnighting, Amreth, für das Klarmachen besagter Schlafstätte). Celle an sich war ... nun ja ... ich bin noch hin und her gerissen. Die Altstadt mit den Fachwerkhäuser, der französische Garten in dem Louie der Cremige sicher vor Myriaden von Jahren geflandert * ist waren eine Augenweide. Das Verhalten der Natives dagegen war ... gewöhnungsbedürftig. Im Camelot fühlte ich mich beinahe wie beim Betreten des hiesigen Einwohnermeldeamtes: Man wurde sofort persönlich gehasst. Die Samstag-Nachmittagliche (organisierte?) Gewaltwandertour "So fühlten sich die Soldaten im Kessel zu Stalingrad" war zwar etwas beschwerlich, weniger wegen der Wegstrecke, die grob aufgerundet etwa dem dreimaligen Erdumfang gleichkam, sondern aufgrund der Tatsache, dass Celle sämtliche CO² Genußscheine der Europäischen Union aufkaufte, um damit die B214 zu befeuern. Thiemo "Führer, wir folgen Dir!" Eddiks als unser Mann an der Spitze des Todesmarsches allerdings tat sein bestes, um uns dann doch noch die schönen Seiten von Celle zu zeigen. Zwar an einem anderen Tag, und auch nur mit dem Finger auf der Landkarte, aber das Geld wert war´s allemal :-) Das Camelot selbst war von Innen her gesehen eine rechte Augenweide, niedrige Decken, umfunktionierte Luftschutzkelleranlagen der Celler Bürgerbrigade von 1840, garniert mit dem einen oder anderen mittelalterlichen Zierrat und dem muskalischen Beitrag von "Stakkato und Fidel", der eine mit Trommel, der andere konnte auch kein Instrument. Ich für meinen Teil fühlte mich den Abend über zurückversetzt in eine Zeit, die mit Ihrer Ehrlichkeit, Rauhbeinigkeit, Einfachheit und geistiger Freiheit ebend jene Epoche vertritt, derer wir uns gem. unserem Hobby verschrieben haben. Der Abend nahm dann auch noch eine harsche Wendung, also der Timov und meine Wenigkeit unseren zwischenzeitlichen Zeitvertreib auf der Herrentoilette suchten. Ein kleines Zwischenspiel, an dessen Ende ein verschämter Mann aus ebend jenem Etablissement herauskam, uns peinlich berührt ansah und mit leiser, kränkelnder Stimme "Vollzug" meldete, führte uns direkt zu dem Wohl grausamsten Erlebnis des Abends. Aus der angrenzenden Küche des Camelot ("Sagt der eine Architekt zum anderen: Du, wir haben noch 4 m² Platz neben dem Scheißhaus ... Sagt der andere: "Hey, lass uns da ne Küche reinbauen") wurde die Parole "Alkoholstop" ausgegeben, und den entgleisten Gesichtszügen der beiden Jung-Söldner Amreth und Janus zufolge schien sich dieser Tagesbefehl direkt an unsere Adresse zu wenden. Glücklicherweise war dem aber nicht so, und die Schankmaid hörte nicht auf, das Bier hereinzubringen. Schwein gehabt! Mein Fazit: Für einen Laden wie das Camelot hätten wir nicht extra nach Celle fahren müssen. So etwas findet man garantiert auch im Einzugsbereich des Triangle-of-Fun WHV, OL und Bremen. Da wir aber nun in Celle waren, konnte ich für meinen Teil das mittelalterliche Ambiente der Stadt und der Parks genießen, und kam am Wochenende somit voll auf meine Kosten. Schade, dass diese beiden Tage so schnell vorbeigingen. Ich hab wieder mit Erschrecken festgestellt, wie trostlos doch die Saisonfreie Zeit ist, wenn man nicht schon einen "nächsten Markttermin" im Auge hat, auf den man "hinarbeiten" kann. An dieser Stelle auch nochmal Glückwunsch an unseren neuen Maitré dû Casse, Mort, zu seinem neuen Verantwortungsbereich! So bleiben denn auch viele Fragen offen, die zu beantworten wohl der nächsten Saison vorbehalten ist: - Wie oft musste wohl die Bedienung der Kneipe schon den "Angie ... Aaaaangie" Witz hören? - Warum schlägt sich Magnus immer selbst, nachdem er das erste Bier getrunken hat? - Redete Zaryna "in Zungen" am Morgen nach der Jägermeister-Tränke, oder war Sie einfach noch nicht ganz wach? - Wird sich Unke "mit der Goldkante" künftig "Ritter Ado" nennen? - Würde Mort auch einen "25 Liter Krug Bier" bestellen, wenn er auf der Speisekarten angeboten wird? Und: Warum war im Sarazenen Topf nicht ein einziger Sarazene? Ich schließe mit dem wohl schlechtesten Witz des Wochenendes:"Varus, Varus, Lirum, Larum Löffelstyl" Gruss JAN Faaaamra ... Du musst doch nicht um Deine Söööldner weinen .... Faaaamra ... bald wird uns der nächste Maaarkt vereinen .... Faaaamra ... * "geflandert": halb flaniert, halb gewandert.
27.11.2006, 21:29
- Warum schlägt sich Magnus immer selbst, nachdem er das erste Bier getrunken hat? Gleich nach dem ersten Bier? Nö! Aber Alkohol wirkt bei jedem Söldner anders. Bei mir setzt immer als erstes das eh schon marode Sprachzentrum aus. Der Klaps bewirkt, das die sinn- und ziellos umherwirbelnde Zunge in die richtigen Rotationsbahnen gebracht werden, damit ein volltönendes "UAAAAAAARGH" dabei herauskommt. Bei anderen Söldner ist es eben nicht die Sprache... eher der Blick, der sich nach einem Bier verändert (*Janustätschel) ;-) Viel wichtigere Fragen müssen beantwortet werden: - Wird Thiemo jemals wieder eine Bundesstrasse ansehen können? - Waren die Lichter, die wir von der B214 aus sahen, wirklich Celle? - Wieviele Arschlochkinder sind nötig, bis ein Mc-Donalds-Angesteller postnatrale Abtreibung verübt? - Werden die beiden Damen aus dem "täglich" jetzt nur noch wöchentlich einkehren? - Wie günstig bekommt man ein Schwert geschmiedet bei "Eisenwaren OWOP" und Was hätte der "grobe Otto" gemacht, wären wir bei ihm eingekehrt? Verdammt, ich muss arbeiten...
28.11.2006, 11:41
... *trän* .... *lach* ... wenn man das so liesst war unsere Celle Exkursion ja gar nicht so schelcht - ich kann grad nicht tippen, mir laufen die Lachtränen auf die Tastatur ... FAMRA! (na na na naaa na na naaaa na!)
29.11.2006, 19:39
*hrmpf* Zwei Minuten früher, und ich hätte auf die Pizza zum Abendbrot verzichtet ...
29.11.2006, 23:05
Mein Reden :-( @Thiemo Können wir nicht drei oder viermal die Woche Fußball spielen? Das ist ja nicht zum aushalten mit diesen Körperproportionen (also, mit meinen)! Ich finde, die Fotos verzerren ein bißchen das Gesamtbild... es wurde wesentlich mehr gelacht. Das mag einem aber natürlich im Halse stecken bleiben, sobald man ein Objektiv auf sich gerichtet sieht :-)
30.11.2006, 23:51
- Würde Mort auch einen "25 Liter Krug Bier" bestellen, wenn er auf der Speisekarten angeboten wird? Dazu kann ich nur ein entschiedenes "Nur wenn ich aus dem Krug trinken darf." antworten.
img_8988.jpgimg_8989.jpgimg_8990.jpgimg_8991.jpgimg_8992.jpgimg_8993.jpgimg_8994.jpgimg_8998.jpgimg_9001.jpgimg_9002.jpgimg_9003.jpgimg_9007.jpgimg_9008.jpgimg_9009.jpgimg_9010.jpgimg_9011.jpgimg_9012.jpgimg_9013.jpgimg_9014.jpgimg_9015.jpgimg_9016.jpgimg_9017.jpgimg_9019.jpgimg_9020.jpgimg_9021.jpgimg_9022.jpgimg_9023.jpgimg_9024.jpgimg_9025.jpgimg_9026.jpgimg_9027.jpgimg_9028.jpgimg_9029.jpgimg_9030.jpgimg_9037.jpgimg_9038.jpgimg_9039.jpgimg_9046.jpgimg_9047.jpgimg_9048.jpgimg_9049.jpgimg_9052.jpgimg_9053.jpgimg_9054.jpgimg_9055.jpgimg_9056.jpgimg_9057.jpgimg_9058.jpgimg_9060.jpgimg_9061.jpgimg_9062.jpgimg_9063.jpgimg_9064.jpgimg_9066.jpg




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