Sodenn ein paar Worte zu den Bildern:
Wie man in den Nachrichten gehört hat, gab es in weiten Teilen der Republik Stürme und Überschwemmungen. Das ist auch kein Wunder, denn betrachtet man die Bilder, und überlegt man sich, wieviel Show wir da mal wieder gewuppt haben, ist eines klar: Hessen ist untergegangen -- irgendwo musste unser Schweiß ja hinfließen. Bei gefühlten achtzig fantastillionen Grad im Schatten (Ha ha, welcher Schatten?) hat FAMRA wieder einmal versucht, dem marktwirtschaflich unerfahrenen Teil unseres Heimatlandes nahezubringen, was Stimmung ist. Diese Mission ist leider wie immer gescheitert, aber wenn die Gäste den Spaß nicht haben wollen, nehmen wir ihn uns halt!
Aber mal von Vorne: Es fing schon vor dem Verladen an, als der Fuhrmann die Kutsche holte, und einen halben Container auf Rädern ausgehändigt bekam. Verladezeit: ca. 10 Minuten Material tragen und ohne mit Platz haushalten zu müssen einfach reinwerfen, plus 35min Schwitzen. Wir haben leider keine zwei anderen Lager mehr gefunden, die mit wollten -- Platz wäre gewesen. Auf dem Burghof der Sumpfburg in Oebisfelde angekommen stellte sich heraus, daß das Gefährt keine 10cm breiter, länger oder höher hätte sein dürfen, denn sonst hätte die Burg schaden genommen oder der Markt ohne uns stattgefunden.
Der Platz war umrundet von hohen Mauerresten mit einer 10m breiten Öffnung an der Front, was zu einem angenehmen Backstage-Gefühl führte. So sah man in den wenigen Minuten zwischen den Shows die Söldner unbehelligt von Publikum in verschiedenen schattigen Ecken dahinvegetieren, auch unbehelligt von allzuviel frisch gezapften Bier, da der Wirt sich erneut unkooperativ gegenüber einem Tavernenleder zeigte. So wurden schon am Aufbauabend die üppig vorhandenen Alkoholvorräte dezimiert, was nach der bionischen Pizza als Grundlage nicht schwer fiel. Niemand, wirklich niemand fragte, ob noch jemand etwas von seiner Pizza abgeben möchte
Der Samstag verlief anstrengend, inzwischen war auch Nordrhein-Westfalen in FAMRAs Schweiß versunken, das TIER machte einen Gastauftritt, und eine gelungene, wenn auch kurze Galgenshow rundete ein vorbildliches Auftreten der Gruppe ab. Schwerter gingen kaputt, Streitkolben bogen sich, Äxte wurden gefaltet, und das Kopfsteinpflaster wird nie wieder das selbe sein. Doch ein böses Omen zog sich zusammen und warf, unbemerkt, einem Damoklesschwert über der Gruppe schwebend gleich, einen Schatten über alle: niemand verletzte sich ernsthaft.
Nach dem Ende der Publikumsbelustigung gingen dann alle ihren Lieblingsbeschäftigungen nach. Der Generalkontakteur kontaktierte fleißig, und das Gros der Gruppe wandte sich dem Alkoholparlament im Nagelplenum zu: zuerst musste die schwarze Fraktion weichen, die gelbe Fraktion war blau und darum als nächstes dran, die Grünen haben es nicht viel langer durchgehalten, die Roten waren schon am Abend zuvor dahingerafft worden, und die Braunen wurden von der Diskussion ausgeschlossen und später ungefragt hinterrücks plattgemacht, als man versuchte, sich an den Text des Pit zu erinnern (oder irgendeines anderen Liedes). Zum Glück lagerten wir hinter dem dünnen Stofftuch der Hauptbühne, das den Schall extrem gut abdichten musste, denn als wir davor ein wenig sangen, gab es schon Beschwerden ob der Lautstärke. Daraufhin wandten wir uns gen Rummstata-Halle, die eh alles überschallte und fanden eine Dorfbauernparty, wie sie in Cappeln nicht anders gewesen wäre: Schlechte Schlagermusik, ein Quotenmetaller, Bier ein Euro, und ganz viele Besoffene. Der Spaßfaktor war wieder einmal reichlich vorhanden.
Der nächste Tag war entsprechend hart, und es stellte sich heraus, daß die zweite Show immer die beste ist, weswegen Vorschläge kamen, die erste Show zukünftig entweder ausfallen zu lassen, oder noch vor dem Frühstück durchzuführen. Doch da einige Söldner auf dem "Heute mit halber Stärke zuschlagen"-Ohr taub sind, waren die Shows wieder einmal laut, brutal und die Gage mehr als Wert. Die letzte Show wurde daher auch als Galgenshow angesetzt, und getreu dem Motto "habt ihr keinen Bock, haben wir auch keinen" die lange nicht mehr gehörte alberne Anklage verlesen. Als spontane Laiendarsteller boten sich drei örtliche Kindlein an, die schon am Abend zuvor Fans des Hingerichteten geworden waren, und untermalten unter Anleitung des Jugendbetreuungsoffiziers im Söldner-Nachwuchsförderungsprogramm sehr überzeugend den Anklagepunkt der "Vielweiberei" als angebliche Resultate eben jener.
Normalerweise wäre es unnötig, den Abbau zu erwähnen, selbst wenn er so zügig vonstatten geht wie dieses mal, doch hatte sich das böse Omen von Samstag in seiner Spannung verstärkt: Es war immer noch niemand ernstlich verletzt, und es stellte sich heraus, daß das Damoklesschwert in Wirklichkeit ein Damoklesbühnenpfeiler war, und keinen Bock mehr auf schweben hatte. Erwischt hat es die, die auch am dringendsten Nachholbedarf in den famrischen Tugenden des Verletzt-worden-seins und Mal-wegen-Famra-in-die-Notaufnahme-gemusst-haben-seins hatte, nämlich unseren Gast Marie. Und so wurden aus 45min Abbau dann 4 Stunden 45min warten, bis die Ärztin dann mal endlich Zeit hatte, die Wunde zu nähen. Letzteres war die Summe aller Schmerzen eines durchschnittlichen Söldners einer Saison, und so hat sie bewiesen, daß man auch als Lagerkleinste, -leichteste und -jüngste den anderen nicht hinterherstehen muß.
Ein anstrengendes Wochenende, das sicher auch jetzt noch etliches an Schmerz und Muskelkater für alle bereit hält, aber für die neuen in der Truppe ganz klar eine hundertprozentig bestandene Feuertaufe. Jetzt wisst ihr, auf was ihr euch eingelassen habt. Mein Beileid ;)
11.06.2007, 22:27
Marie (gute Besserung an dieser Stelle)
Danke, geht schon wieder
Bilder folgen.
11.06.2007, 23:02
Auch von mir nochmal ne gute Besserung und Respekt ob deiner Zähigkeit!
Aber... Wer "zum Henker" ist André???
http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokales/kloetze/?sid=4fa136ccda885b45400ee5fb10edb9d8&em_cnt=311851
:-D
11.06.2007, 23:10
Aber... Wer "zum Henker" ist André???
Die Söldner leiteten dann gegen 21 Uhr auch den Abschluss des ersten Festtages ein. Sie hielten über einen der Ihren wegen Fahnenflucht Gericht. Urteil : Tod durch den Strang. Das Volk jubelte zustimmend und der arme Söldner Andrè wurde gehenkt.
Puh, zum Glück ist mir das nicht passiert ... aber schade um den armen Andre.
Amreth
20.06.2007, 22:11
GNAA.
Ich hab grad ungefähr 1 1/2 Stunden damit verbracht, Fotos hochzuladen und die ganzen Codes hier einzutragen, und als ich fertig war, musste ich feststellen, dass dieses #~%*§-System mich automatisch ausgeoggt hat >.<
Jetzt hab ich keinen Nerv mehr, aber die Bilder kommen noch.